Sanierungsgebiet Brasselsberg

Im Sanierungsgebiet Brasselsberg wurden seit dem Frühjahr 2012 bis zum Sommer 2014 zunächst die öffentlichen und später die privaten Kanäle mittels Kamera inspiziert. Anschließend wurden eine Zustandsbewertung und eine Sanierungsplanung ausgeführt. Aufgrund der Größe des Gebietes wurden zwei Abschnitte gebildet.

 


Bildunterschrift: Übersichtsplan vom Sanierungsgebiet Brasselsberg - Abschnitt 1: gelb / Abschnitt 2: grün

Brasselsberg in Zahlen

 

untersuchter öffentlicher Kanal ~ 27,5 km 
sanierter öffentlicher Kanal ~ 3 km
Bisherige Baukosten für die öffentliche Kanalisation (von der Abwassergebühr abgedeckt) in beiden Bauabschnitten ca. 890.000 €
untersuchte private Zuleitungskanäle 41 km auf 740 Grundstücken

 

Projektablauf 1. Abschnitt 

 

  Maßnahmen Zeitraum
Öffentlicher Kanal Schlauchrelining viermonatige Bauzeit von Mai bis Oktober 2013
Öffentlicher Kanal Kanal- und Schachtreparaturen in offener Bauweise Sommer 2013 - Sommer 2014
Öffentlicher Kanal Kanalreparaturarbeiten (mittels Kanalroboter) zweites Quartal 2015
private Zuleitungskanäle  Auswertung, Beratung und Sanierung erfolgt derzeit

 

Projektablauf 2. Abschnitt

 

  Maßnahmen Zeitraum 
Öffentlicher Kanal Schlauchrelining zweimonatige Bauzeit von Oktober bis Dezember 2014
Öffentlicher Kanal Kanal- und Schachtreparaturen in offener Bauweise Sommer 2014 bis Sommer 2015
Öffentlicher Kanal Kanalreparaturarbeiten (mittels Kanalroboter) voraussichtlich im Jahr 2016
private Zuleitungskanäle  Auswertung, Beratung und Sanierung Ab 2016 werden nach und nach auch im 2. Abschnitt die Untersuchungen der Zuleitungskanäle ausgewertet und das Ergebnis unaufgefordert den Grundstückseigentümern zugesandt

 

Sanierung der öffentlichen Kanäle

 

Im gesamten Projektgebiet wurden am öffentlichen Kanalnetz nach Auswertung der optischen Inspektion und Planung verschiedene Instandsetzungsarbeiten ausgeführt. Es handelt sich um die Sanierungsmaßnahmen Schlauchliner, Kanal- und Schachtreparaturen in offener Bauweise sowie Kanalreparaturarbeiten (mittels Kanalroboter), die entsprechend der Schadensbilder unter Berücksichtigung verschiedener Randbedingungen eingesetzt werden.

Den Auftakt im Projektgebiet Brasselsberg bildete die Sanierung der öffentlichen Kanäle mittels Schlauchliner sowie Kanal- und Schachtreparaturen in offener Bauweise. Kanalreparaturarbeiten (mittels Kanalroboter) in geschlossener Bauweise schließen an.

Die Sanierung der öffentlichen Kanäle mittels Schlauchrelining fand im ersten Bauabschnitt auf einer Länge von 2.200 m statt. Die grabenlose Sanierung der öffentlichen Kanäle mittels Schlauchrelining wurde im zweiten Bauabschnitt auf einer Länge von ca. 860 m in der Konrad-Adenauer-Straße, Zeche-Marie-Weg, Blütenweg, Brasselsbergstraße, Uhlenhorststraße, Am Eichelgarten, An den Vogelwiesen, Gnadenweg und Weidenbuschweg fortgesetzt.

Bildunterschrift: Öffentlicher Hauptkanal vor der Sanierung, Schadensbilder: Wurzeleinwuchs, nicht fachgerechte Anschlussanbindung, Lageversätze



Bildunterschrift: Öffentlicher Hauptkanal nach der Sanierung mit Schlauchliner: Schadensfrei

Bei dieser Verfahrenstechnik findet kein Straßenaufbruch statt und der Einbau der kunstharzgetränkten Nadelfilz- oder Glasfaserschläuche erfolgt über die vorhandenen Schächte. Verfahrensabhängig erfolgt die Aushärtung des Schlauchliners im Altkanal unter Zufuhr von UV-Licht oder Wärme (Warmwasser oder Dampf).

Die Kanalsanierung in geschlossener Bauweise kann in Abhängigkeit von vorhandenen Schadensbildern und hydraulischer Leistungsfähigkeit als wirtschaftlich günstige Alternative zum offenen Kanalbau eingesetzt werden. Weitere Vorteile finden sich in dem geringen Zeitbedarf, sodass ein ganzer Kanalabschnitt von bis zu einigen hundert Metern an einem Tag und mit sämtlichen Vor- und Nacharbeiten in weniger als einer Woche gebaut werden kann. Im Zusammenhang mit dem geringen Platzbedarf erfolgt nur ein Minimum an Verkehrsbehinderung.


Bildunterschrift: „grabenlose Sanierung“ Schlauchlinereinbau

 


Bildunterschrift: Einbau des unausgehärteten Schlauchliners über den vorhandenen Schacht in den Kanal



Bildunterschrift: Einbau der Lichterkette über den Schacht

Bei Kanalreparaturarbeiten (mittels Kanalroboter) an öffentlichen Kanälen findet wie beim Schlauchliner kein Straßenaufbruch statt. Es werden Fräs-, Verpress- und Verspachtelarbeiten mit Epoxidharz mittels Kanalroboter an Einzelschäden in Hauptkanälen ausgeführt. Auch hier bietet sich eine wirtschaftlich günstige Alternative zum offenen Kanalbau mit geringem Platz- und Zeitbedarf und minimaler Verkehrsbehinderung.


Bildunterschrift: Sanierungsfahrzeuge Kanalroboter

 


Bildunterschrift: Einsatz des Kanalroboters in den Schacht

Zusätzlich werden im gesamten Baugebiet Kanal- und Schachtreparaturen in offener Bauweise ausgeführt. Kanäle, deren Transportvermögen nicht mehr für den Abwasseranfall ausreicht sowie Kanäle oder Kanalabschnitte mit Schadensbildern die in geschlossener Bauweise nicht sanierbar sind, werden in offener Bauweise erneuert. Hier wird an Schächten passend zum vorgefundenen Schachtzustand sowohl marodes Mauerwerk ausgetauscht und durch Betonfertigteile ersetzt, als auch einzelne defekte, z.T. klappernde Schachtabdeckungen erneuert sowie Steigeisen und Einstiegshülsen eingebaut.

Bildunterschrift: Kanalschacht mit defektem Mauerwerk



Bildunterschrift: fertiggestellte Schachtreparatur

 

Sanierung der privaten Zuleitungskanäle

 

In Vorbereitung auf die Sanierungen der öffentlichen Kanäle wurden auf Grundlage des Hessischen Wassergesetzes und der Satzung über die Abwasserbeseitigung in der Stadt Kassel auch die privaten Zuleitungskanäle im Stadtteil Brasselsberg in zwei Abschnitten untersucht. Die Einteilung der Bauabschnitte ist im Lageplan ersichtlich. Der größte Teil der privaten Zuleitungskanäle konnte vom öffentlichen Kanal aus mit einer speziellen Kamera inspiziert werden. Jedoch war aufgrund der großen Längen der privaten Zuleitungskanäle und der teilweise gemeinsamen Entwässerung mehrerer Gebäude ab und zu eine Untersuchung der Leitungen von den Grundstücken aus notwendig.


Bildunterschrift: optische Inspektion vom öffentlichen Kanal aus



Bildunterschrift: optische Inspektion von einem Revisionsschacht im Gebäude aus

Derzeit werden die optischen Inspektionen im ersten Abschnitt ausgewertet und das Ergebnis an die Grundstückseigentümer versandt. Für den ordnungsgemäßen Zustand des Zuleitungskanals entsprechend der allgemein anerkannten Regeln der Technik ist bis zum Anschluss an den öffentlichen Kanal der Grundstückseigentümer selbst verantwortlich. Jeder Eigentümer hat nach Erhalt des Untersuchungsergebnisses die Möglichkeit ein Beratungsgespräch mit einem Ingenieur von KASSELWASSER zu erhalten. Dabei werden die vorhandenen Schäden besprochen sowie die örtlichen Gegebenheiten und Zugänglichkeiten des Kanals hinsichtlich der Sanierungsmöglichkeiten überprüft

"Risse und Wurzeleinwüchse zählen zu den am häufigsten auftretenden Schadensarten"

 


Bildunterschrift: Riss- und Scherbenbildung



Bildunterschrift: Wurzeleinwuchs

Viele Schäden können in grabenloser Bauweise behoben werden. Dabei wird ein sogenannter Liner eingebaut. Diese Art der Sanierung bedeutet für die Eigentümer eine kurze Bauzeit und keine Aufgrabungen in Vorgärten oder Kellern. Bei der grabenlosen Sanierung besteht die Möglichkeit, nur die Schadstelle an sich zu beheben oder die ganze Länge der Leitung zu sanieren.

Bei der Sanierung mittels Schlauchliner wird das Trägermaterial in Harz getränkt und in den schadhaften Kanal eingezogen. Anschließend muss der Liner aushärten. Nach der Aushärtung kann der nun schadensfreie Kanal sofort wieder in Betrieb genommen werden. Mit dieser Art der Sanierung können auch bei größeren Längen der Leitung die Schäden behoben werden. Gerade im Gebiet Brasselsberg sind durch die großen Grundstücke häufig lange Zuleitungskänale vorhanden.


Bildunterschrift: mit einem Schlauchliner sanierter Zuleitungskanal

Neben der grabenlosen Sanierungsart mit einem Schlauchliner können einzelne Schäden mit einem Kurzliner behoben. Dabei wird der Kurzliner direkt auf der Schadstelle platziert. Das Trägermaterial wird in Harz getränkt und der Kanal kann nach der Aushärtung auch sofort wieder in Betrieb genommen werden.


Bildunterschrift: mit einem Kuzliner sanierter Zuleitungskanal

KASSELWASSER bietet den Eigentümern neben den Beratungsgesprächen weitere Hilfe an. Es besteht die Möglichkeit, die grabenlose Sanierung über KASSELWASSER abzuwickeln. Dazu hat KASSELWASSER einen Rahmenvertrag mit einer Sanierungsfirma abgeschlossen. Durch die Bündelung von Einzelaufträgen können so wirtschaftlichere Preise erzielt werden. Neben den Kosten bietet die Sanierung über KASSELWASSER den Eigentümern weitere Vorteile wie die Überwachung der Bauausführung und der Qualität sowie die Rechnungsstellung der Firma über KASSELWASSER. Dieses Angebot wird von den betroffenen Eigentümern gerne angenommen.

Neben der Sanierung mittels Liner gibt es die unterschiedlichsten Renovierungs- und Reparaturmöglichkeiten, um die vorhandenen Schäden zu beheben. Eine weitere Art ist die Erneuerung der Leitungen in offener Bauweise. Diese Sanierungsart muss immer dann angewendet werden, wenn die Beschädigung des Kanals, z.B. bei Einstürzen oder großen Versätzen, so groß ist, dass eine grabenlose Sanierung nicht mehr durchgeführt werden kann.

Nach erfolgreicher Schadensbehebung erhalten die Grundstückseigentümer einen Entwässerungspass als Nachweis des ordnungsgemäßen Zustandes des Zuleitungskanals.

Ansprechpartner bei der Grundstücksentwässerung zum Sanierungsgebiet Brasselsberg

Frau Volbracht

Tel  (0561) 987 - 6525

Fax (0561) 987 - 6466

Hier finden Sie die Karte zum Sanierungsgebiet Brasselsberg als Download

Plan Sanierungsgebiet Brasselsberg (PDF | 1,81 MB)